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Krankenfahrt: Kosten, Transportschein und Zuzahlung
Die wichtigsten Fragen rund um die Krankenfahrt – kurz, verständlich und mit den Regeln, die 2026 gelten. Für Ihren Einzelfall entscheidet immer Ihre Krankenkasse; im Zweifel rufen Sie mich an, wir schauen gemeinsam auf Ihren Schein.
Was ist ein Transportschein (Muster 4)?
„Transportschein“, „Taxischein“ oder „Krankentransportschein“ – gemeint ist immer das bundeseinheitliche Formular Muster 4 – Verordnung einer Krankenbeförderung. Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das Krankenhaus stellt es aus. Darauf steht, warum die Fahrt medizinisch nötig ist, mit welchem Fahrzeug (Taxi/Mietwagen, Rollstuhl, KTW) und ob es eine einzelne Fahrt oder eine Serie ist.
Wann zahlt die Krankenkasse die Krankenfahrt?
- Ohne Genehmigung: Fahrten zur stationären Aufnahme und Entlassung, zu vor- und nachstationärer Behandlung und zu ambulanten Operationen im Krankenhaus.
- Mit Genehmigung der Kasse: Fahrten zu ambulanten Serienbehandlungen wie Dialyse, Chemo- und Strahlentherapie.
- Genehmigung gilt als erteilt bei ambulanten Fahrten mit Pflegegrad 4 oder 5, Pflegegrad 3 mit dauerhafter Mobilitätseinschränkung oder den Merkzeichen aG, Bl oder H im Schwerbehindertenausweis.
- Normale Arzttermine ohne diese Voraussetzungen zahlt die Kasse nur in Ausnahmefällen und nur nach vorheriger Genehmigung.
Transportschein bei Pflegegrad 2 und Pflegegrad 3
Pflegegrad 2 allein reicht nicht für eine automatische Genehmigung. Die Kasse prüft im Einzelfall – fragen Sie vorher nach. Pflegegrad 3 reicht dann, wenn zusätzlich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität besteht, die eine Beförderung nötig macht; die Ärztin oder der Arzt vermerkt das auf der Verordnung. Ab Pflegegrad 4 gilt die Genehmigung für ambulante Fahrten als erteilt.
Was kostet eine Krankenfahrt – und was zahle ich selbst?
Mit gültiger Verordnung rechne ich direkt mit Ihrer Krankenkasse ab. Sie zahlen nur die gesetzliche Zuzahlung: 10 % der Fahrtkosten, mindestens 5 €, höchstens 10 € pro Fahrt (Hin- und Rückfahrt zählen einzeln) – und nie mehr, als die Fahrt kostet. Wer die jährliche Belastungsgrenze erreicht (2 % des Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken 1 %), wird von der Kasse befreit.
Ohne Transportschein ist die Fahrt eine Privatfahrt. Ich nenne Ihnen vorher einen festen Preis – abhängig von Strecke, Uhrzeit und Aufwand beim Ein- und Aussteigen.
Privat versichert oder beihilfeberechtigt?
Dann bekommen Sie eine Rechnung, die Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung bzw. der Beihilfestelle einreichen. Wie viel erstattet wird, hängt von Ihrem Tarif ab – fragen Sie vorher nach, ob Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen versichert sind.
Kann ich Fahrtkosten von der Steuer absetzen?
Krankheitsbedingte Fahrtkosten, die Sie selbst tragen – auch Zuzahlungen –, können als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) in der Steuererklärung angegeben werden, soweit sie Ihre zumutbare Belastung übersteigen. Heben Sie Quittungen und Rechnungen auf. Für Ihren Einzelfall fragen Sie bitte Ihre Steuerberatung oder den Lohnsteuerhilfeverein.
Wie lange ist ein Transportschein gültig?
Die Verordnung gilt für die darauf genannte Fahrt bzw. für den angegebenen Behandlungszeitraum einer Serie. Endet der Zeitraum oder ändert sich die Behandlung, brauchen Sie eine neue Verordnung – und bei genehmigungspflichtigen Fahrten eine neue Genehmigung.